Starlink-Benutzer erhalten häufig Hinweise auf Urheberrechtsverletzungen, auch wenn sie keine illegalen Inhalte heruntergeladen haben. Dies gilt nicht nur für Starlink, aber der Satelliten-Internetanbieter zeichnet sich im Vergleich zu anderen ISPs durch eine aggressive Durchsetzung aus. Die Grundursache? Eine Netzwerkpraxis namens CGNAT, kombiniert mit einem seit langem bestehenden Rechtsrahmen, der Urheberrechtsinhaber begünstigt.
Die Geschichte der Online-Durchsetzung des Urheberrechts
Das aktuelle System stammt aus dem Jahr 2013 und war das Copyright Alert System, eine Zusammenarbeit zwischen Hollywood und ISPs zur Eindämmung der Piraterie. Obwohl im ersten Jahr über eine Million Mitteilungen verschickt wurden, gelang es letztlich nicht, illegale Downloads wesentlich zu reduzieren. Die zugrunde liegende Struktur bleibt jedoch bestehen: Urheberrechtsinhaber können ISPs weiterhin über unbefugte Inhalte informieren, auf die über die IP-Adresse eines Benutzers zugegriffen wird.
Rechtliche Präzedenzfälle verstärken diesen Prozess. Gerichte haben sich stets auf die Seite der Urheberrechtsinhaber gestellt und ISPs sogar dafür haftbar gemacht, dass sie Kunden, die sich an Piraterie beteiligen, nicht von der Verbindung trennen. Der Oberste Gerichtshof prüft derzeit eine Schadensersatzklage in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar gegen Cox Communications für genau diesen Sachverhalt und zeigt damit, dass ISPs Urheberrechtsbeschwerden ernster nehmen als je zuvor.
Warum Starlink anders ist: CGNAT und gemeinsam genutzte IP-Adressen
Die höhere Rate falscher Anschuldigungen bei Starlink ist auf die Nutzung der Carrier-Grade Network Address Translation (CGNAT) zurückzuführen. Das bedeutet mehrere Haushalte teilen sich eine einzige IP-Adresse. Wenn ein Benutzer illegal urheberrechtlich geschütztes Material herunterlädt, wird die Benachrichtigung an diese gemeinsame IP-Adresse gesendet, wodurch möglicherweise unschuldige Nachbarn dafür verantwortlich gemacht werden.
CGNAT kommt häufig bei kleineren ISPs vor, die Schwierigkeiten haben, jedem Kunden genügend eindeutige IP-Adressen zu sichern. Aber die weit verbreitete Implementierung durch Starlink bedeutet, dass mehr Benutzer anfällig für falsche Anschuldigungen sind.
Was Benutzer tun können
Wenn Sie eine Benachrichtigung erhalten und keine Urheberrechtsverletzung begangen haben, legen Sie sofort Beschwerde bei Starlink ein. Kundenberichte deuten darauf hin, dass das Unternehmen für Streitigkeiten empfänglich ist. Für einen langfristigen Schutz sollten Sie die Verwendung eines Virtual Private Network (VPN) in Betracht ziehen.
Ein VPN verbirgt Ihre Internetaktivitäten vor Ihrem ISP, sodass es so aussieht, als würden Sie von einem anderen Standort aus eine Verbindung herstellen. Starlink empfiehlt die Protokolle SSTP, OpenVPN und WireGuard, während PPTP und L2TP mit CGNAT unzuverlässig sind.
Die Kosten der Privatsphäre
Hochwertige VPNs kosten in der Regel 10 bis 15 US-Dollar pro Monat oder 60 bis 75 US-Dollar pro Jahr. Obwohl es kostenlose VPNs gibt, gefährden viele Benutzerdaten. Experten empfehlen die kostenlose Stufe von Proton VPN als sicherere Option. Wie CNET Senior Writer Attila Tomaschek betont: „Mit einem völlig kostenlosen VPN sind Sie das Produkt.“
Die aggressive Durchsetzung von Urheberrechtsgesetzen in Kombination mit CGNAT schafft ein System, in dem unschuldige Benutzer oft unfair bestraft werden. Während das Einlegen von Benachrichtigungen und die Verwendung eines VPN das Risiko mindern können, bleibt das zugrunde liegende Problem bestehen: Internetanbieter haften zunehmend für Benutzeraktivitäten, und gemeinsam genutzte IP-Adressen führen zu unvermeidlichen Unklarheiten.























