Im kommenden Film „As Deep as the Grave“ wird eine fotorealistische KI-Version des Schauspielers Val Kilmer zu sehen sein, die den Abschluss eines Projekts ermöglicht, das er vor seinem Tod an Kehlkopfkrebs nicht abschließen konnte. Die Filmemacher arbeiteten mit Kilmers Nachlass zusammen, um das digitale Abbild mithilfe einer Kombination aus vorhandenem Filmmaterial, Bildern und Audio sowie generativen KI-Tools zu erstellen.

Das Projekt und Kilmers Nachlass

Der von Coerte Voorhees inszenierte Film dreht sich um die Entdeckung einer alten Zivilisation der amerikanischen Ureinwohner durch einen Archäologen. Voorhees betont, dass der KI-Auftritt eine direkte Hommage an Kilmer und eine respektvolle Art sei, seine beabsichtigte Rolle zu erfüllen. Kilmers Tochter Mercedes hat die Entscheidung öffentlich unterstützt und erklärt, ihr Vater habe neue Technologien als Werkzeuge zum Geschichtenerzählen angenommen. Die Familie betrachtete dies als eine Erweiterung seines kreativen Geistes.

Wie die KI-Replik erstellt wurde

Die Filmemacher stellten das digitale Modell aus einer Bibliothek von Kilmers früheren Arbeiten zusammen. Obwohl die spezifischen Werkzeuge nicht bekannt gegeben wurden, umfasste der Prozess sowohl KI-generierte Szenen als auch traditionelle Bearbeitung, um das Abbild in bereits vorhandenes Filmmaterial einzufügen. Die Entscheidung für den Einsatz von KI fiel nach Überlegungen zu einer Neufassung, die als ungeeignet für die Integrität des Projekts erachtet wurde.

Der wachsende Trend digitaler Auferstehungen

Dies ist nicht das erste Mal, dass Filmemacher digitale Technologie nutzen, um verstorbene Schauspieler in neue Projekte einzubeziehen.
„Furious 7“ (2015) hat Paul Walker nach seinem Tod während der Produktion digital wiederbelebt.
– In „Rogue One“ (2016) und „The Rise of Skywalker“ (2019) waren digitale Versionen von Peter Cushing und Carrie Fisher zu sehen.
„The Flash“ (2023) enthielt einen posthumen Cameo-Auftritt von Christopher Reeve.

Diese Fälle zeigen eine wachsende Bereitschaft, KI und CGI zu nutzen, um die Kontinuität aufrechtzuerhalten oder unvollendete Arbeiten abzuschließen. Dieser Trend wirft Fragen über die Zukunft posthumer Aufführungen und die ethischen Implikationen der digitalen Nachbildung menschlicher Abbilder auf.

„As Deep as the Grave“ befindet sich derzeit in der Postproduktion und soll noch in diesem Jahr erscheinen. Dieser Film wird wahrscheinlich einen neuen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Schauspieler auch nach ihrem Tod weiter „auftreten“ können, und weitere Diskussionen über die Grenzen von Unterhaltung und Technologie anregen.