Truecaller, die Plattform zur Anruferidentifizierung, hat eine neue Funktion eingeführt, die es einem Familienmitglied ermöglicht, andere aus der Ferne vor betrügerischen Anrufen zu schützen – und sogar Anrufe in ihrem Namen zu beenden. Die Funktion, die zunächst in ausgewählten Ländern wie Schweden und Malaysia getestet wurde, ist jetzt weltweit verfügbar, auch im größten Markt von Truecaller, Indien.

So funktioniert es: Admin-Kontrolle über Familienanrufe

Das System ermöglicht es einem designierten „Administrator“, eine Gruppe von bis zu fünf Familienmitgliedern zu beaufsichtigen. Dieser Administrator erhält Benachrichtigungen, wenn andere Gruppenmitglieder potenziell betrügerische Anrufe erhalten, und kann diese Anrufe auf Android-Geräten sofort trennen. Über die Anrufbeendigung hinaus können Administratoren die Echtzeitaktivitäten der Mitglieder überwachen (Gehen, Fahren, Akkustand, lautloser Modus), um sicherzustellen, dass sie zu sicheren Zeiten erreichbar sind.

Die Funktion ist für alle Truecaller-Benutzer kostenlos, unabhängig vom Abonnementstatus. Administratoren können auch Sperrlisten freigeben, um die gesamte Gruppe vor bekannten Betrugsnummern und internationalen Vorwahlen zu schützen. Entscheidend ist, dass Truecaller klarstellt, dass Administratoren nicht auf den Anrufverlauf oder die SMS-Protokolle von Gruppenmitgliedern zugreifen können, wodurch ein gewisses Maß an Privatsphäre gewahrt bleibt.

Steigende Betrugsanrufe treiben Innovation voran

Diese Einführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem betrügerische Anrufe weltweit zunehmen, insbesondere in Indien, wo Truecaller im vergangenen Jahr über 7,7 Milliarden betrügerische Anrufe identifizierte. Der Chief Product Officer des Unternehmens, Kunal Dua, stellt fest, dass diese Funktion eine Verlagerung des Fokus von Truecaller auf proaktiven Familienschutz darstellt.

„Wir alle kennen jemanden, der von Betrug betroffen ist“, sagte Dua. „Es ist eine grundlegende Veränderung für Truecaller in Bezug auf das, worauf wir uns als Problem konzentriert haben.“

Truecaller erforscht auch eine KI-gestützte Anrufüberwachung mit dem Ziel, Anrufe mit Betrugsschlüsselwörtern wie „digitale Festnahme“ automatisch zu trennen (eine gängige Taktik, die von vorgetäuschten Strafverfolgungsbehörden eingesetzt wird).

Geschäftliche Herausforderungen und Wettbewerb

Trotz dieser Innovation sieht sich Truecaller mit Gegenwind konfrontiert. Die Aktien des Unternehmens sind im vergangenen Jahr um über 80 % eingebrochen, und die Betriebsrentabilität ist um fast 50 % gesunken. Indiens eigenes Caller Name Presentation (CNAP)-System, das registrierte Anrufernamen anzeigt, stellt eine Herausforderung dar.

Truecaller argumentiert, dass CNAP allein nicht ausreicht; Seine Plattform bietet tieferen Schutz durch Community-basierte Spam-Meldung und jetzt auch direkte Intervention. CEO Rishit Jhunjhunwala glaubt, dass Verbraucher sowohl CNAP als auch Truecaller nebeneinander nutzen können und dabei vom umfassenderen Kontext und den zusätzlichen Sicherheitsebenen des letzteren profitieren.

Das Überleben des Unternehmens hängt davon ab, weiterhin innovativ zu sein und dort Werte zu liefern, wo staatliche Lösungen versagen.